Lange nichts mehr hier geschrieben, immer mal dran gedacht einen Text zu verfassen, dann kam das Leben, die eigene Trägheit oder einfach die beginnende Altersdemenz dazwischen.
Aber keine Sorge, das Feuer brennt noch, sowohl für den KSC, den Fußball mit all den Menschen welche das Erlebnis erst rund machen und natürlich für die Musik.
2025 ist viel passiert was Kraft gekostet und an den Nerven gezerrt hat. Es ist so manches geschehen was es nicht immer einfach machte das Leben von der heiteren Seite zu nehmen.
Natürlich gab es auch die Momente, die Kraft gaben, von denen man lange zehren kann. Begegnungen mit tollen Menschen, Momente mit meinen Freunden in der Kurve, Konzerterlebnisse die einfach beeindruckend waren. Das Leben mit all seinen Facetten eben.
Und schon bin ich gedanklich wieder im Sommer 2025, genauer gesagt am 19.Juli und zwar in der Wulheide in Berlin.
Feine Sahne Fischfilet gaben sich hier die Ehre anlässlich ihres größten eigenen Open Airs. Die Wulheide kannte ich schon von vielen Konzerten. U.a. war ich immer dort wenn Pearl Jam aufgetreten sind. Eine wunderbare Konzert Location im Osten der Hauptstadt.
Die Vorfreude war groß Feine Sahne in dieser besonderen Konzertstätte zu sehen. Bislang hatte die Band mich immer begeistert, egal wie groß oder klein der Rahmen war. Das kribbeln im kleinen Zeh zeigte mir aber schon Tage vorher an, dass dieser 19.07. etwas Besonderes werden würde.
„Anstellen ist etwas für Leute die Zeit haben“, sagte mir unlängst ein Freund aus der Kurve und so setze ich mit meinem Anhang sein Motto damals schon um und wir betraten ohne lange Wartezeit die Wuhlheide.
Monchi und Co. tauchten genau an diesem Einlass just in dem Moment auf und begrüßten die Menge.
Kaum drinnen an den Terrassen angekommen begegnete mir der erste „Allesfahrer“ aus Karlsruhe und es gab sofort einen beiderseitigen Redeschwall bis die Begleitungen zu einem Schattenplatz bzw. Getränkestand drängten.
Im weiten Rund tummelten sich viele aus meinem Fussballumfeld, welches doch sehr blau-weiß geprägt ist. Aber ich glaube es war jede Stadt und nahezu jede Ultragruppe an diesem Abend vertreten. Die Tätowierungen, Buttons, Shirts oder die Gespräche am Bierstand verrieten viel über die Herkunft und Freizeitgestaltung der Menschen. Das war schon sehr geil.
An diesem Abend spielte es keine Rolle wer mit welcher Kurve unterwegs ist, heute stand die Musik der Band aus MV für alle im Fokus.
Und dann kamen sie auf die Bühne mit einem Knall, der Vorhang fiel und die Wulheide explodierte. „Wir kommen in Frieden“, „Zurück in unserer Stadt“, „Alles auf Rausch“…….Halt mein Maul würde jemand an dieser Stelle wohl sagen.
Zwei Bier schon überm Kopf, Shirt angerissen und die Augen nicht mehr von diesem Spektakel lassen können stand ich da und wusste, dass mein kleiner Zeh vor Tagen schon Recht hatte.
Was für ein Abend dies doch jetzt schon war und noch geben würde.
Überall Rauch, Fackeln, Moshpits, egal ob auf den Stehplätzen oder den heute nicht vorhandenen Sitzplätzen. Alle am ausrasten!
Soweit haben sie es also geschafft die verrückten Jungs von der Ostsee. Irgendwie hielt ich für einen Moment inne, während das Konzert weiter lief und dachte an einen Abend im Mai 2013 in Pforzheim zurück. Feine Sahne traten dort vor ca. 70 Leuten im „Bottich“ auf.
Mein Berliner Freund David konnte leider nicht, animierte mich aber unbedingt hinzugehen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Band schon viele der Songs geschrieben, welche im Juli 2025 auch in der Wulheide ihre Wirkung nicht verfehlen sollte.
Der Bottich tanzte damals auch sehr ausgelassen und anschließend gab’s an der Bar bei Nico und seiner Crew noch Pfeffi mit Monchi und allen die nicht rechtzeitig weg konnten.
Ein herrlicher Abend damals in kleiner Runde mit einer super sympathischen Band, der ich damals jede Weiterentwicklung nicht nur zugetraut, sondern sehr gegönnt hätte. Dass dies soweit gehen sollte, dass wir an diesem Juli Abend 2025 in der Wulheide stehen, hätte ich nicht gedacht.
Wieder gedanklich zurück in der Realität des Konzertes empfand ich dieses positive Chaos als umso schöner, ich hatte das tiefe Gefühl, dass ich es ihnen einfach gönne. (Wenn ich auch weiß, dass sie auf meine Gefühle hierbei nicht angewiesen sind.)
Bei „15 Jahre“ schmiss das Publikum gefühlt den sechsten Zylinder an und trat das Gaspedal voll durch. Wirklich niemand blieb da noch an seinem Platz. Es war ein wildes Treiben auf dem Rasen und Rängen und natürlich angeheizt von einer Band die Laune hatte.
Nach diesem Song hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass Monchi und Co. genauso staunten und fasziniert waren von dem was sie hier erlebten, ja sogar selbst veranstalteten.
Den ganzen Abend über wurden Fackeln angerissen und Rauchtöpfe gezündet. In der Intensität hatte ich dies vorher noch nie erlebt.
Die Ordner hatten es irgendwann auch aufgegeben. Das war auch gut so, denn trotz des ganzen anarchischen Chaos, den bunten wilden Leuten, Hools, Ultras, Punkers, was auch immer, es war eine friedliche wunderbare Stimmung, alle waren füreinander da und wenn es nur dazu da war einem das Bier übern Kopf zu schütten.
Bei den Songs „Zuhause“ und „Eine rauchen wir noch“, welche beide hintereinander gespielt wurden gab es viel Gänsehaut, Tränen und Umarmungen. So intensiv die Texte, aber auch die Ansagen von Monchi. Die Menschen sangen mit und fühlten es.
Neben all der Eskalation gab es eben auch die ruhigeren Momente, die alle in sich aufsogen.
Mit „Komplett im Arsch“ endete der Abend standesgemäß. Dieses Lied spielte ich auch gerne in den Jahren als DJ und wenn es nur für mich war, denn er knallte aus den Boxen in den kleinen Läden einfach immer rein.
An diesem Sommerabend war er nicht nur Party (nicht vergessen welch ernster Hintergrund in den Zeilen steckt), nicht nur der Song der jahrelang vielleicht der bekannteste der Band war, sondern der würdige Abschluss eines Abends, den niemand so schnell vergessen wird. Buchstäblich waren eh alle komplett im Arsch.
So entließen uns Feine Sahne Fischfilet in die Nacht, das Bier war alle an den Ständen und so machten die fliegenden Händler draußen ihr Geschäft. Mitten in der Dunkelheit im Wald trafen wir noch auf einen befreundeten Herthaner und quatschen uns fest. Ein schöner Zufall, welcher mein Konzert des Jahres 2025 abrundete.
Noch immer kommt es mir unwirklich vor, dass ich El Hefe, Fat Mike, Eric Melvin und Smelly nicht mehr als NOFX auf einer Bühne erleben darf.
Als Fat Mike beim letzten Deutschlandkonzert der Band am 09.06.2024 in der Zitadelle in Berlin-Spandau “we see us never again” sagte und die letzten Töne von “The Decline” erklangen, da hatte ich Tränen in den Augen. In den ganzen Emotionen lag und liegt aber vor allem viel Dankbarkeit für die tolle Musik von NOFX.
Als ich sie 1992 rund um die EP “The Longest Line” entdeckte war es sofort um mich geschehen. Mit “Punk in Drublic” 1994 hatten sie mich endgültig.
Diese wunderbaren Melodien, der unverwechselbare Gesang und dieser spezielle Sound hatten es mir angetan. Punkrock zog mich schon länger in den Bann und mit NOFX hatte ich meine Helden entdeckt.
Unzählige Konzerte (unvergessen auch jene auf dem Bizarre Festival) folgten und auch zu Hause hörte ich sie in drei Jahrzehnten immer gerne (sehr laut) an, wenn ich auch nicht mehr jede Veröffentlichung kaufte. Wenn ich als DJ auflegte durfte ein NOFX Song nie fehlen.
Als sie ihren Abschied ankündigten kramte ich die alten Songs aus dem Archiv und beschäftigte mich auch mit ein paar Alben, denen ich nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, z.B. “Wolves in Wolves Clothing”. Mittlerweile habe ich dies wohl 20x komplett durchgehört und bin begeistert. Auch einige andere Alben gibt es noch besser zu entdecken.
Das erste Mal live sah ich sie 1994 im Longhorn (heute LKA). Nach 30 Jahren schloss sich nun der Kreis. Es war mir eine Freude, dass ich zu meiner persönlichen Abschiedstournee zwei alte Freunde aktivieren konnte, die auch schon 1994 dabei waren.
NOFX legten eine wirklich spezielle Abschiedstournee auf. An jedem Spielort wurden mind. 2 Alben komplett gespielt inkl. Best Of. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit Eindhoven, Hamburg und Berlin drei Konzerte erleben durfte, die von der Setlist immer anders waren und für mich aber in ihrer Gesamtheit alles abbildeten was ich an NOFX liebe und live hören möchte.
So kam ich auch in den Genuss von “Don’t call me Scheiss” im Hamburger Docks, “Kill all the white men” in Eindhoven oder dem absoluten Überhit “Linoleum” bei allen drei Konzerten. NOFX spielen aktuell noch die letzten Shows ihrer Final Tour. Für mich ist diese Tour schon zu Ende und eine meiner Lieblingsbands Geschichte.
Schon der Opener des Konzerts mit einem »Here Come The Bastards«-Klon ist Klasse.
Falls du also noch Musikwünsche entgegennimmst: »Here Come The Bastards« von Primus.“
Natürlich nehme ich Musikwünsche entgegen, vor allem wenn es so eine gute Band ist. Die Band und den Song schon ewig nicht mehr gehört, aber gleich wieder genossen.
Habe eine Aufnahme heraus gesucht, bei der für mich das Konzerterlebnis sehr intensiv ist und ich mich darin gut wieder finde:
Es ist die 75.Minute in der Sackgasse zu Nordwest. KSC Goalgetter Rüdi Hermann erzielt das 0:2. Grenzenloser Jubel, denn nun ist man dem lang ersehnten Ziel ganz nah – der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die B-Klasse. Ein dreijähriger langer und teilweise steiniger Weg geht damit zu Ende. Aber der Reihe nach.
Wer kennt ihn nicht, diesen einen Anruf der von jetzt auf gleich vieles ändert.
Wir gründen also wirklich wieder eine 2.Mannschaft des Karlsruher SC mit einem Team auf dem Rasen und in der Orga aus dem Herzen unserer Gegengerade und einem Teammanager vom Fanprojekt?!
Es gab keine Sekunde zu überlegen. Dieser Neustart in der C-Klasse klang zu sehr nach wilder Ultra-Romantik für unseren Verein und versprach einfach sehr viel Spaß.
Zur Saison 2019/2020 starteten wir also auf einem Nebenplatz im Wildpark in der Kreisklasse C, Staffel 1 und es sollte sich schnell heraus stellen, dass neben viel Spaß auch viel Arbeit damit verbunden ist und die Mission KSC II kein Selbstläufer wird.
Unsere Gegner waren hochmotiviert gegen die drei großen Buchstaben Karlsruhes und wir selbst mussten uns erst finden.
Die Ergebnisse schwankten. Wir fanden uns zwar im vorderen Mittelfeld der Tabelle wieder, mussten uns aber eingestehen, dass uns dies nicht vollständig zufrieden stellte. Das Team musste untereinander klären ob die Prioritäten auf dem Support unsere ersten Mannschaft liegen oder beim KSC II, wenn Spiele zeitgleich terminiert wurden.
Auch eine Frage war, wie sich unsere für C-Klasse spielerische Klasse noch besser in Punkte ummünzen lassen, gerade gegen körperlich sehr hart einsteigende Gegner?
Im Orga-Team wurden Aufgabenbereiche verteilt und auch hier musste erst ein Rädchen ins andere greifen, gerade wenn mal nicht alle anwesend sein konnten.
Von der Sponsorensuche über die Formalitäten mit dem Verband bis hin zum Catering, alles war „do it yourself“ und bei weitem nicht immer perfekt. Aber genau dies machte Spaß. Wir lernten dazu, verbesserten Abläufe und behielten die Freude dabei, obwohl dies alles mehr Zeit kostete als zu Beginn gedacht.
Es gab auch unangenehme Seiten, so trennten wir uns von unserem ersten Coach Jörg. Nach Unstimmigkeiten mit der sportlichen Leitung verließ auch Nico den KSC II, der Ideengeber für das Projekt. (Zum Glück blieb uns Nico aber als treuer Fan erhalten, der immer da ist. Daumen hoch dafür!)
Auch wurde uns klar, dass wir noch ein paar Spieler von außen dazu holen müssen um den sportlichen Erfolg, den wir als KSC einfach erzielen wollen zu erreichen. Voraussetzung für die Neuen natürlich, dass sie auch KSC-Fans sind und menschlich passen.
Für diesen anstehenden kleinen Umbruch zur Saison 2020/2021 war u.a. unser neuer Coach Bolle verantwortlich, gemeinsam mit der sportlichen Leitung Baumi, Rocco und Stan.
Von Beginn an Verlass war auf unsere Zuschauer. Nicht selten waren 200-300 Fans bei Heimspielen zugegen und es bildete sich eine bunte Mischung aus unserer Allesfahrer-Szene, Supporters, Ultras und KSC-Fans jeglicher Couleur. Ab und an schauten auch Spieler wie Gersbeck und Philipp Hofmann vorbei.
Unser Team durfte sich in den Katakomben der alten Haupttribüne umziehen und dies war auch unser Standort nach den Spielen. So wuchs von Spieltag zu Spieltag Mannschaft und Orga-Team zusammen und wir ließen den einen oder anderen Abend bei Bier und Pizza auf der Haupttribüne ausklingen.
Beim Blick ins Stadion wurde immer wieder klar, dass dieses Projekt etwas Besonderes ist und wir einfach kein „normaler“ C-Ligist sind.
Wir beendeten unsere erste Saison als neu gegründete Mannschaft Karlsruher SC II auf Platz 7 der Kreisklasse C, Staffel 1, welche wegen Corona vorzeitig endete.
Unvergessen bleiben dabei Partien wie das Pokalspiel gegen Stupferich II, welches 5:7 im Elfmeterschießen verloren ging und Fußball pur bot inkl. Rauch und Support der Ultra-Szene. Der Moment als Flo Kraft das 2:1 erzielte und auf unsere Fans zulief war Gänsehaut pur.
Das 4:4 bei der DJK-Durlach war unser erster Pflichtspielauftritt in der Liga und wir brachten über 400 Zuschauer mit auf den Platz in Karlsruhes schönem Stadtteil mit dem berühmten Turmberg. Nach dem Spiel der 2.Bundesliga gegen den HSV im heimischen Wildparkstadion setze sich eine schöne Karawane Fans in Bewegung um dem Projekt KSC II einen guten Ligastart zu ermöglichen.
Gegen die 2.Mannschaft von Alem. Eggenstein bestritten wir das erstes Heimspiel, während der KSC in Osnabrück um Punkte kämpfte. Unser erster Torwart Robin unterstützte unseren Verein auswärts und tragischerweise zog sich Zimbo beim aufwärmen eine Verletzung zu. So musste mit Ama einer ins Tor, den man dort eigentlich nicht vermutete. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2 drehten wir das Spiel und siegten 3:2. Auch an diese Partie denken wir noch heute gerne.
Diese Partien machten Lust auf Mehr und so blickten wir der Saison 2020/2021 gespannt entgegen.
Saison 2020/2021:
Unser kleiner personeller Umbruch brachte einige sensationelle Transfers mit sich: Kenneth, Oli Warth (der ewige Warth unser KSC-Allesfahrer), Martin, Tyler, Mario H., Dennis Bah und eine Kampfmaschine namens Philipp Walch – der Grundstock zur späteren Meisterschaft 2022.
Wir wechselten im Wildaprk auch den Standort und zogen auf Platz 8 mit eigenem Catering Container und Toiletten, eine unglaubliche Verbesserung der Infrastruktur. Natürlich mussten wir uns hier auch erst wieder finden in der Orga und dafür sorgen, dass wir nicht drei Stunden vor Spielbeginn am Start sein mussten und jeder wild durcheinander arbeitet. Es gelang!
Nach den Spielen in dieser Runde versackten Teile des Teams ewig z.B. noch im Gold in der Oststadt. Arbeit am Montag hin oder her, der Teamgeist musste gepflegt werden.
Der Start war im Pokal gegen die „Kugelbax“ aus Auerbach, welche in der Kreisliga, 3 Klassen höher zu Haus waren. Das Spiel fand im Grenke Stadion vor knapp 400 Zuschauern statt, welche ihren Augen nicht trauten.
Die Dramaturgie des Spiel war unglaublich. Nach einem schnellen 0:3 Rückstand holten wir auf 3:3 auf uns es ging in die Verlängerung. Beim Ausgleich explodierte das kleine Stadion und unser Team rannte jubelnd auf die Zuschauer zu. Irgendwie war dieses Spiel, trotz der 4:6 Niederlage ein Wendepunkt in der Aufmerksamkeit. Jetzt war allen klar, dass dies keine Thekenmannschaft ist.
Überschattet wurde das Spiel leider durch die schweren Verletzungen von Jonas Watteroth und Fabio B. (landläufig im Karlsruher Nachtleben bekannt).
Zum Liga-Auftakt siegten wir mit 8:2 bei den kleinen Eber von Spessart II im Bruchwaldstation. Die Vereinsverantwortlichen stellten den knapp 100 KSC Fans ein eigenes Catering auf unserer Seite zur Verfügung mit lecker Frikadellen und kaltem Hoepfner Bier. Die Angst des Vereins vor marodierenden Horden war dann doch etwas unbegründet. Vom Orga-Team sollte trotzdem jemand an den Eingang stehen, was MaD dann auch übernahm und die Gastgeber waren etwas beruhigter. „Du kennst ja die Leute und kannst auf sie einwirken“. Ja alles easy, wir bescherten Spessart nicht nur eine Rekordeinnahme, sondern ließen auch alles ganz.
Der Saisonstart war geglückt, wichtig für die Moral des etwas neu zusammen gestelltes Team.
Erfolgreich ging es von Spieltag zu Spieltag weiter und so kam es am 8.Spieltag zum Spitzenspiel im Kurort Bad Herrenalb, der 1. gegen den 2. bei herrlichem Wetter und Bier aus Kästen, die wir bis zu unseren Plätzen tragen konnten.
In einem intensiven Spiel siegten wir 0:3! Es geht was, der Kampf stimmt, die Jungs können was vor allem wenn es drauf ankommt. Da wussten wir noch nicht, dass an diesem 25.10. im goldenen Oktober unser letztes Saisonspiel sein sollte.
Insgesamt waren wieder alle Teams gegen uns hoch motiviert; einzelne (z.b. in Forchheim) fielen negativ auf und ließen sich zu Bemerkungen wie „wünsche euch den Aufstieg nicht“ hinreißen. So ein Kindergarten!
Der Saison-Abbruch wegen Corona erreichte uns am 27.10.2020 beim letzten Training vor dem Highlight gegen KFV II. Karlsruher Fußballgeschichte hätte sich hier getroffen, was sicherlich auf ein breites Publikumsinteresse gestoßen wäre.
Schade, weil das Team auf dem besten Wege zum Aufstieg war und den bisherigen Saisonverlauf dominierte. Der kleine Umbruch war geglückt, die Spieler passten menschlich und sportlich super rein. Nun hieß es warten und die „Lockdowns“ überstehen und trotzdem zusammen zu bleiben als Team. Ein Dank dafür an alle, dass dies gelang.
Saison 2021/2022:
Überschattet vom Abriss der Haupttribüne und dem Umzug der Mannschaft in eigene Container um sich aufzuhalten und was zu trinken. Umziehen vor dem Spiel nun im NLZ der Grenke-Akademie des KSC. Auch für unsere Gäste war dies nun die Kabine.
Das 1.Training fand am 27.05.2021 statt, genau 7 Monate nach dem letzten Training. Was eine lange Zeit und immer noch keine Normalität in Sicht. Corona-Tests und entsprechende Dokumentation begleitete uns fast die komplette Vorbereitung. Den Aufwand nahmen aber alle relativ klaglos in Kauf. Wir waren so froh, dass der Ball wieder rollte und wir loslegen konnten. Dank der guten Stimmung und der Disziplin von allen, überstanden wir auch dies gut.
Die Unsicherheiten was die lange Pause mit dem Team machte, ob die Motivation noch da ist, im Herbst evtl. wieder ein Abbruch droht und das ganze dann noch Sinn macht, verflüchtigten sich schnell.
Der Saisonbeginn dann Ende August bei strömendem Regen gegen die Letschebacher aus Durlach. Rückstand 0:1 nach 18 Minuten, gedreht auf 4:1. Bäm!
Am Tag der Bundestagswahl (26.09.) setzten wir einen Pflogg gegen die Karlsruher Kings mit 10:4. Wir lagen nach 6 Minuten mit 0:2 zurück. Die Kings spielten wie aufgezogen, aber leider ohne Duracell. Nach 10 Minuten erster Krampf, dies sieht man auch selten und so zogen wir mit 5:2 zur Pause davon gegen ein Team, dass nach 20 Minuten platt war.
Mit 1:2 siegten wir glücklich in Hohenwettersbach in der Spenglerei am Fuße der A8. Da war Dampf im Spiel. Es gab viele Emotionen von außen und den Mittelfinger eines der Hohenwettersbacher Spieler gegen die KSC-Fans, welche ihm danach umso mehr ihre Aufmerksamkeit schenkten.
Der Höhepunkt der Vorrunde dann gegen Wöschbach an einem Sonntag Abend unter Flutlich vor über 300 Zuschauern, darunter auch einige Teams aus unserer Spielklasse! Der 1. gegen den 2. und das Spiel hielt was es versprach. Es ging hin und her. Nach unserer frühen Führung durch Nikki Federmann übernahmen unsere Gäste die Torfolge und so rannten wir deren 2maliger Führung hinterher bis zum 3:3 nach einer Stunde. Die Entscheidung dann durch Jonas Watteroth 5 Minuten vor Schluss zum 4:3, was ein Jubel bei den Spielern und den Fans. Da ging den Ölfunzle das Licht aus und wir feierten den enorm wichtigen Sieg gegen eine bärenstarke Truppe, die am Ende der Saison als Zweiter über die Relegation auch aufsteigen sollte.
Siegessicher liefen wir im Dezember dann zum letzten Hinrundenspiel die 100 Meter zum Derby bei der Germania entlang an der Fasanengartenmauer. Es war eiskalt und klamm, aber alle waren sich (zu) siegessicher vor allem die Verantwortlichen. An diesem Tag klappte bei Germania alles, u.a. erzielten sie ein herrliches Freistoßtor. Wir verloren am Ende 3:0 und rückblickend war es eine heilsame Niederlage um den Fokus wieder zu finden. Die Liga war und blieb eng!
In der Vorbereitung auf die Rückrunde wurden alle Spiele wieder gewonnen, Höhepunkt das 18:0 gegen Bilfingen II, der höchste Sieg der jungen KSC II Historie.
Anfang März ging es dann in die Pflichtspiele der Liga. Der Auftakt am Pfinzufer gegen Durlach, mit einem ungefährdeten 0:10 Sieg auf einem Acker sonders gleichen. Zum Glück blieben alle unverletzt. Da müsst ihr dringend was tun lieber Durlacher, schon aus eigenem Interesse was die Gesundheit eurer Spieler angeht.
Den März schlossen wir mit 4 Siegen und 29:0 Toren ab. Mario und Rüdi trafen wie sie wollten. Unser Sturmduo Herrmann/Hermann war nicht aufzuhalten.
Was folgte war im April eine sog. „Englische Woche“, evtl. sogar die Woche der Wahrheit.
Es begann mit einem 3:3 zu Hause gegen Hohenwettersbach. Der einzige Punktverlust der Saison zu Hause mit einem dramatischen Finale.
In der 87. Minute erzielte Hohenwettersbach das 2:3 und war fast durch, da konnten wir in der 90.Minute noch den Ausgleich per Elfmeter durch Mario Herrmann erzielen, der mit 41 Toren am Ende der Saison die Torjägerkanone vom Badischen Fußballverband überreicht bekam.
Das Spiel gegen die Kings wurde abgesagt und die Punkte gingen kampflos auf unser Konto. Es ist echt schade, dass in diesen Liegen viele Spiele ausfallen. Dies schadet dem sportlichen Wettbewerb.
Am Ende der englischen Woche folgte dann die Niederlage gegen die ESG Frankonia (die Eisenbahner vis a vis vom Mann Mobilia, die Älteren unter uns erinnern sich) mit 2:0. Es gab mehr als genug Torchancen, die leider ungenutzt blieben und hinten klappte es leider nicht mit der Verhinderung der Gegentore. So kommt´s dann wie es kommt. (Ein zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus liegender MaD vom Orga-Team musste die Schwestern um mehr Schmerzmittel bitten nach dieser Woche.)
3 Spiele und nur 4 Punkte und die Konkurrenz schlief nicht. Oliver Warth kann ein Lied davon singen, wie ein nervöser MaD ihm immer wieder sagte, dass jetzt aber wieder gewonnen werden müsse. Oli blieb ruhig und versprach, dass alles klappt.
Der Kracher dann am Hohberg. TSV Wöschbach gegen KSC II vor 400 Zuschauern und klaren zwei Lagern mit vielen Emotionen auf und neben dem Platz.
Gerüchten zu Folge ist sogar jemand aus einer Anstalt entkommen um dieses Spiel zu verfolgen zwinkersmiley.
Andere fuhren mit dem Fahrrad von Karlsruhe in die Peripherie.
2:2 hieß es nach 90 Minuten. Der Schiri pfiff pünktlichst ab, er war glaub froh, dass er diesem Hexenkessel entkommen konnte. Wir gingen durch Jonas Watteroth (er traf im Hinspiel schon zum Sieg) kurz vor Schluss nach einer Ecke mit 1:2 in Führung um quasi im Gegenzug den ausgleich zu fangen. Im Rückblick half uns dieser Punkt mehr und war enorm wichtig.
Germania Karlsruhe hatte zwischenzeitlich unter der Woche immer wieder Nachholspiele und waren aus eigener Kraft in der Lage bis auf 2 Punkte an uns heran zu kommen, was ein Endspiel am letzten Spieltag bedeutet hätte.
Am 03.05. das Spiel der Germania gegen die ESG Frankonia, verfolgt von unserem Team, welches vorher am NLZ trainierte. 1:1 endete dies und damit war der Weg frei für uns Meister zu werden am vorletzten Spieltag, wenn wir die nächsten Spiele gewinnen. Auf ein Endspiel nach so einer langen Saison hatte wirklich keiner Bock. Und wir lieferten!!!
17:1 gegen DJK Mühlburg II, die Milchsäulen. Das erstes mal im sog. System „Flex“, also 9 gegen 9. Dies wird oft angewandt, wenn eine Mannschaft nicht genügend Spieler aufbieten kann, das Spiel aber nicht absagen möchte. 7 Tore alleine von einem gewissen Mario H.!
Dann das letzte Auswärtsspiel und die Chance alles klar zu machen. Ein 0:2 bei Nordwest (siehe Anfang) und unbeschreiblicher Jubel. Sogar der KSC Präsident Holger Siegmund-Schultze war am Start und freute sich mit uns. Wir zogen am Abend noch durch Karlsruhe und feierten spontan den Aufstieg an einem Sonntag Abend als gäbe es kein Morgen. Die Freude und Erleichterung war spürbar.
Gelassen und voll positiver Stimmung konnten wir nun dem Auftakt des „Kurvenfest“ entgegensehen. Dieser fand im Grenke-Stadion statt mit unserem Saisonabschluss gegen die Germania.
Bevor es losging verabschiedeten wir auf dem Rasen viele unserer Spieler. Sie hätten gerne bleiben können, haben aber andere Pläne und dies ist vollkommen in Ordnung. Die gemeinsame Zeit mit euch werden wir alle nicht vergessen und wir lassen euch dankbar ziehen:
Robin, du cooler Hund, die zwei genialen Säuberts, der elegante und torgefährliche Jonas Watteroth, unser Mr.Zuverlässig und Start-Up Gründer Kennet, der unglaubliche Kämpfer Zilly, unser Torhüter der Herzen und immer positive Ama, der beste DJ den die Fettschmelze je gesehen hat Yannick, unser mega Teamplayer Tim und das unglaubliche gute Laune Feierbiest Fabio B.! Ihr seid stets willkommen Freunde!!!
Die Ultra-Szene schickte eine Abordnung mit großer Zaunfahne, Trommeln und viel Pyro. Ein herrlicher Rahmen für die knapp 800 Fans, welche dieses Spiel der C-Klasse verfolgten.
Unsere Geschäftsführer Oli Kreuzer und Michael Becker staunten nicht schlecht als nach ca. 25 Minuten Herrmann auf Hermann einen 30 Meter Pass spielte und Rüdi aus vollem Lauf ins lange Eck vollendete – bumm 1:0.
Das 2:0 dann durch einen Kopfball von Yannick Beyer. Wie er mit ausgebreiteten Armen über den halben Platz lief und in den Armen unserer Kurve landete, bereitet mir beim Schreiben dieser Zeilen immer noch Gänsehaut. Ein Moment für die Ewigkeit des KSC II. Danach waren die Trommeln noch lauter und der Rauch intensiver.
Unser Torschützenkönig Mario Herrmann erzielte dann in Halbzeit 2 noch das 3:0 und die Meisterfeier konnte starten.
Leider vergaß der BFV den Meisterteller rechtzeitig zu ordern und wir bekamen nur ein paar warme Worte und einen Ball (!!!!! Ohne Worte) überreicht vom Verband. Mario Herrmann erhielt seine hochverdiente Torjägerkanone.
Den Meisterteller gibts dann wohl zum Auftakt der neuen Saison 2022/2023 noch nachträglich.
Was bleibt von einer dreijährigen Reise mit dem KSC von der Neugründung durch die Corona-Zeit bis zur Meisterschaft?
Dankbarkeit für alles was wir erleben durften!
Mit einer Mannschaft und einem Orga-Team aus der Kurve mit vielen noch aktiven Ultras und aktiven KSC-Fans haben wir es geschafft aus einer Idee einen Aufstieg zu basteln. Wir hatten einen unglaublichen Zusammenhalt und alle Beteiligten glaubten an das Gelingen unserer Mission.
Vom Catering bis zum Torwarttrainer, von den sportlichen Leitern bis zum Trainerteam, wir waren eine Einheit.
Besonderer Dank an dieser Stelle an unseren Trainer Bozidar „Bolle“ Djokovic und seinen Co Nikki Federmann. Mit so viel Leidenschaft habt ihr alles voran getrieben und die Mannschaft bestens auf alles vorbereitet.
Als du Bolle nach unserem Sieg bei Nordwest in Tränen ausgebrochen bist, war klar was für eine Anspannung von dir abfällt. Du warst nicht einfach der Coach, du hast es gelebt und verkörpert. An dir konnte sich das Team immer orientieren, du warst der emotionale Leader an der Seitenlinie.
Danke an unsere Spielführer Jonas Scherghuber und Florian Kraft, ihr seid auf und neben dem Platz immer voran gegangen.
Danke an diese tolle Mannschaft, die Trainer und das Orga-Team, was wir hier zusammen geschafft haben ist nicht selbstverständlich.
Danke auch an unsere Sponsoren, ihr seid Weltklasse! Ohne euch würde kein Ball rollen beim KSC II.
Blau-Weiße Grüße
MaD und Mario
Und hier nun noch ein paar O-Töne:
Stan:
„KSCII, was soll ich sagen…eine Wahnsinns Geschichte. Aus einer „Schnapsidee“ geboren, war ich persönlich ziemlich schnell on fire als ich mir ausgemalt habe, was für Potential und unfassbare Gestaltungsmöglichkeiten in dieser Idee liegen. Was auf der einen Seite Segen ist, nämlich alles selber zu machen, war von Anfang an auch bissl Fluch, da einem die Arbeit nie ausgeht. Vor allem wenn man permanent neue Idee hat 😉 Es ist mir allerdings auch drei Jahre später immer noch eine riesige Freude und auch Ehre, Teil dieses Projekts zu sein und KSC zum Anfassen und für jeden auf die Beine gestellt zu haben.“
Yannick:
„Zum Ende einer durchschnittlichen Amateurfußball-Karriere im letzten Spiel für „seinen“ Verein ein Tor zu schießen, solche Geschichten schreibt natürlich nur der Fußball. Im Ernst, vor der Kulisse zu netzen war ein unglaublich tolles Gefühl. Man kann sich nur ausmalen wie es wohl ist, das Ding vor einer Heimkurve mit 10.000 Fans in die Maschen zu hauen. Und das seinen Job nennen zu dürfen ist wohl ein absolutes Privileg.“
Flo:
„Es war natürlich ein extrem schönes Gefühl, dieses erste Tor für mich im KSC-Trikot zu schießen. Zugleich war es noch das 2:2 nach 0:2 Rückstand im Pokal gegen eine zwei Klassen höher spielende Mannschaft. Zu diesem Spiel waren auch sehr viele bekannte Gesichter, Freunde und KSC Fans gekommen. Als ich beim Torjubel in Richtung Eckfahne rannte, wurden rote Fackeln gezündet. Obwohl wir das Spiel knapp im Elfmeterschießen verloren, werde ich auf diesen Moment immer mit einem Lächeln zurück blicken.“
Rüdi:
Nach feuriger Stimmung in der Kabine ging es raus ins Grenkestadion, wo schon ca. 400 Zuschauer und der Tsv Auerbach auf uns warteten.
Die erste Hälfte begann weniger berauschend und so mussten wir mit 0:2 Rückstand in die Halbzeit.
Nach 50 Minuten mussten wir leider das 0:3 hinnehmen. Doch anstatt aufzugeben kämpften wir uns stark zurück und Mario (1:3, 3:3) und ich (2:3) schossen uns in die Verlängerung.
Dort gerieten wir schnell mit 3:5 in Rückstand. Ich traf noch zum 4:5, aber eine Minute später mussten wir das 4:6 in Kauf nehmen und uns gegen starke Auerbacher geschlagen geben.
Nach der ersten abgebrochenen Saison, war dies mit Abstand das bisher geilste Spiel, dass wir spielen durften.
Auf diesem Rasen, vor dieser Kulisse mit solch einem Team Blau-Weiß ein Leben lang!
Mario:
„Meister und Torschützenkönig im Gewand des KSC. Fan- und Amateurfußballherz, was willst du mehr?!“
Bolle:
„Männer, es war ein langer Weg. Corona, Saisonabbruch, Umstrukturierung der Mannschaft und eine ganz enge Saison zum Aufstieg. Aber am Ende war alles gut. Der Aufstieg war geschafft. Danke an diese tolle Mannschaft und das Orga-Team. Aus Fremden wurde eine Familie.
Wenn die Zwei-Klassen höher spielende Mannschaft nach 60 Minuten in Überzahl ihren 4:5 Pokalsieg feiert, als wäre es der Weltmeistertitel, dann hast du als Verlierer einiges richtig gemacht.
Die zweite Mannschaft des Karlsruher SC geriet in der ersten Runde des BFV-Rothaus-Pokals recht schnell in Unterzahl (…ach du hattest schon Gelb, hätte ich dies gewusst, hätte ich dir jetzt keine gegeben – ich liebe unsere Schiris…) und musste über eine Stunde der ersten Mannschaft aus Blankenloch Parolie bieten. Dies gelang über weiter Strecken sehr gut. Wenn es einen Punkt zur Kritik gibt, dann ist es die Chancenverwertung.
Blankenloch war genau in diesem Punkt besser und überließ dem KSC II ansonsten die Partie, obwohl man in Überzahl agierte.
Auf dem Platz 8 im Wildparkstadion hatten sich etwas mehr als 200 Zuschauer eingefunden und sie sollten dies nicht bereuen. Bei Bratwurst (von der Metzgerei Brath – Support your locals), Bier und herrlichem Sonnenschein entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, welches der KSC II dominierte. Blankenloch agierte clever und ließ die Karlsruher kommen, um dann ihre Chancen eiskalt zu nutzen. Dies macht den Klassenunterschied dann eben auch aus. Ansonsten versuchte Blankenloch nur das Spiel nicht zu verlieren und war gegen 10 Karlsruher meist mit allen Spielern in der eigenen Hälfte gebunden. In den Schlussminuten war bei Blankenloch viel „Mimimimi“ und „wundliegen“ angesagt. *zwinkersmiley*
Leider war der KSC II nicht abgezockt genug vor dem Tor, kam aber nach 2:5 Rückstand noch auf 4:5 heran. Als Rüdiger Hermann den Ball zum 4:5 unter die Latte drosch, war der Jubel auf Platz 8 riesig und es keimte wieder Hoffnung auf. Kurz darauf war leider Schluß.
Wie schon 2020 scheiterte der KSC II ganz knapp gegen einen höherklassigen Gegner, lieferte aber wieder einen super Pokalfight und macht damit Lust auf die bald beginnende Saison in der C1.
Heute Nachmittag trafen auf der Baustelle Wildparkstadion zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga aufeinander. Die Duelle zwischen dem KSC und dem Glubb aus Nürnberg waren immer hitzig, auf und neben dem Platz. Zwei Traditionsvereine, die schon lange den ständigen Platz in der 1.Bundesliga abgeben mussten und sich seitdem meist in Liga 2 treffen. An Brisanz verloren haben diese Begegnungen dadurch nicht.
An diesem wunderbaren Frühlingstag im Februar, Klimawandel sei Dank, sahen wir ein umkämpftes Match. Es wurde um jeden Meter Boden gekämpft und die beiden Teams arbeiteten sich aneinander ab. Torchancen waren Mangelware und nur ab und an stockte uns kurz das Herz. Nürnberg hatte die beiden besten Szenen in der ersten Halbzeit, da waren Glück und Marius Gersbeck (obwohl du ein Ding selbst verursacht hast *g) für uns zur Stelle.
Bei uns ging nicht wirklich viel nach vorne und auch bei den Standards ließen wir unsere gewohnte Gefährlichkeit vermissen. Trotz allem war es nie langweilig und mit jedem neuen Angriff bestand auf beiden Seiten immer die Möglichkeit, dass mal ein Ball durchrutscht und es gefährlich wird.
In der Nachspielzeit kam es dann zum Showdown. Vorne vergab Malik Batmaz die 100%ige Chance auf das 1:0, er zögerte viel zu lange mit dem Schuß und so konnte der Nürnberger Keeper den Gegenzug einleiten. Dieser war eigentlich in unserem Strafraum schon geklärt, als sich unsere Spieler gegenseitig anschoßen und der Ball wie eine Billardkugel durch den Strafraum fetzte. Alles Weitere ist Geschichte und kann am Endergebnis abgelesen werden.
Abseits des Rasens tat sich natürlich nicht viel, wie auch ohne Zuschauer. Ein Spruchband der Ultra-Szene war für mich das Ereignis des Tages. Eine Geste für Freundschaft und Zusammenhalt.
Unser alter Freund „Acker“ durchlebt momentan keine einfachen Zeiten und die Szene schickte ihm heute für alle sichtbar eine blau-weiße Aufmunterung in die Klinik. Viele Fahrten erlebten wir gemeinsam, viele Feste feierten wir. Und wir werden dies wieder tun lieber „Acker“, wir halten Dir deinen Platz im Block frei. FORZA ACKER!
Abschied und Neubeginn liegen im Wildparkstadion in Karlsruhe momentan nahe beieinander. Dieser Ort ist für mich so geschichtsträchtig und voll emotionaler Erinnerungen. Ich könnte stundenlang im Innenraum oder auf dem Dach stehen und Spiele Revue passieren lassen.
Seit meinem ersten Match in der Saison 1992/1993 habe ich hier viel erlebt. Große Siege und noch mehr bittere Niederlagen. Abende, die mich im Schein des Flutlichts in eine Gefühlswelt katapultierten, die man nicht beschreiben kann, man muss sie erlebt haben.
An keinem anderen Ort konnte ich so viel spüren, Glück und Schmerz. Das Kollektiv des Blocks mit seiner Ekstase oder seinem entsetzten Schweigen.
Eine Masse aus so vielen Individuen mit so viele Geschichten, Wünschen und Plänen. Menschen die im alltäglichen Leben vielleicht nie zusammen gefunden hätten. Hier an diesem Ort wurden sie eins, klatschten zum Takt der Trommeln, formten Worte zu einem Schrei und sangen aus vollem Herzen Lieder voller Pathos und Liebe zu ihrem Verein und ihrer Kurve.
Während auf dem Rasen Spieler flankten, rannten und grätschten, nichtsahnend mit welchen Hoffnungen und Träumen ihre Aktionen in der Kurve verbunden waren.
Vielleicht hatten sie eine Ahnung davon wenn sie jubelnd auf den Block zurannten und eine eskalierende Menge sahen. Wahrscheinlich wurde es ihnen aber eher deutlich wenn sie sich im Abstiegskampf befanden und die Kurve 24/7 alles mit Leidenschaft daran setzte um den Abstieg zu verhindern. Da merkten viele Spieler sicherlich, dass es dieser anonymen Masse der „Karlsruher Gegengerade“ um mehr geht als sich unterhalten zu lassen oder einfach nur ein Teil des Spektakels zu sein. Die Kurve bekam ein Gesicht in vielen heißen Gesprächen und Aktionen.
Dieser Ort ist mehr als nur ein Fußballstadion. Er hat so viel mit Leidenschaft, Freundschaft und Emotion zu tun. Ohne die Menschen auf den Rängen, dieser Masse die das Spiel nach vorne peitscht und für die es mehr ist als nur ein Spiel, ist es letztlich nur ein Spiel. Ein Spiel dem man sich vielleicht eine kurze Zeit zuwendet und dann wieder anderen Angelegenheiten nachgeht. Ein Spiel, welches dann mit der Zeit obsolet wird.
Wir werden wieder zurück kommen! Werden die Stufen unseres neuen Wildparks bevölkern und dem Spiel wieder Leben einhauchen. Die vielen Individuen werden wieder das Kollektiv bilden und zum Takt der Trommeln klatschen. Worte zu einem Schrei formen und aus vollem Herzen Lieder singen. Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen und es wird große Siege und noch mehr bittere Niederlagen geben. Gemeinsam werden wir all die Emotionen aufsaugen, weil es für uns mehr ist als ein Spiel.
Dieser eine Song auf den im Indi-Club alle abgingen, aber kaum einer wusste von welcher Band er ist. Hier gibts paar Infos zu der Band aus Washington: https://de.wikipedia.org/wiki/Fugazi_(Band)
Für mich steht dieser Song am letzten Tag des Jahres 2020 dafür, dass ich viele Dinge vermisse, welche hier gut zum Ausdruck kommen. Livemusik, gemeinsames singen auf Konzerten aber auch im Stadion, mit Menschen zusammen sein, gemeinsam etwas zu erleben auch und gerade emotionale Momente. (Hoffentlich findet das Blind Guardian Konzert wie geplant 2021 statt, die Tickets liegen bereit.)